Dara-Anastasiupolis
Dara-Anastasiupolis war eine wichtige spätantike oströmische Festungsstadt in Nordmesopotamien zwischen Nisibis und Mardin; heute befindet sich an ihrer Stelle das kleine Dorf Dara (offiziell umbenannt in Oğuz) (Türkei).
Foto: Nevit Dilmen · CC BY-SA 3.0
- Land
- Türkei
- Region
- Artuklu, Mardin
- Kultur
- Anatolian heritage
- Zeitraum
- Roman–Byzantine
Durch die Zeit
Die Geschichte
Dara-Anastasiupolis war eine wichtige spätantike oströmische Festungsstadt in Nordmesopotamien zwischen Nisibis und Mardin; heute befindet sich an ihrer Stelle das kleine Dorf Dara (offiziell umbenannt in Oğuz) (Türkei).
Der wohl ältere Ort Dara(s) wurde 505 von Kaiser Anastasius neu gegründet bzw. stark ausgebaut, daher der Name Anastasiupolis. Das Projekt war eine wichtige Folge des 502 ausgebrochenen Perserkrieges, es sollte die strategische Situation der Römer verbessern, nachdem man festgestellt hatte, wie verwundbar die römische Position in Nordmesopotamien war. In Dara sollten daher nun starke Truppenverbände stationiert werden, die im Falle einer persischen Offensive lange Widerstand leisten bzw. dem Feind in den Rücken fallen sollten; zugleich konnte Dara auch als Ausgangspunkt für römische Offensiven dienen.
Die persischen Sassaniden verfügten mit der Festungsstadt Nisibis auf der anderen Seite der Grenze bereits über einen solchen Stützpunkt.
Die Arbeiten wurden unter großem Zeitdruck ausgeführt, um die Sassaniden vor vollendete Tatsachen zu stellen: Als man Ende 506 einen Waffenstillstand schloss, war Dara schon verteidigungsbereit. Wegen der erwähnten Eile zeigten sich aber nach einigen Jahren schwere Baumängel, daher musste die Festung aufwendig renoviert werden, war darum 530 besonders verwundbar und Schauplatz der großen Schlacht bei Dara, in welcher der kaiserliche General Belisar die sassanidischen Perser schlagen konnte.
Da Dara zu dieser Zeit offenbar eine riesige Baustelle war, vertrauten die Römer dabei nicht auf die Festungsmauern, sondern stellten sich vor der Stadt zur Feldschlacht.
Nach Prokop (De Aedificiis 2, 1–3) ließ Kaiser Justinian anschließend die Bauten in der Stadt sowie vor allem die Mauern ausbauen; er gab der Festungsstadt den Namen Iustiniana Nova, der sich aber nicht durchsetzte. Die beiden Ausbaustufen (Anastasius und Justinian) sind an den heute erhaltenen Festungsanlagen noch gut erkennbar. Dicht vor den Stadtmauern wurde zum Hochwasserschutz der Dara-Staudamm errichtet, eine der ältesten bekannten Bogenstaumauern.
Nach Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.
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